Bildungspolitik
Handwerker in die Kitas?
Weil es in Berliner Kitas an Personal mangelt, will der Senat Handwerker zu Erziehern umschulen. Eine gute Idee?
Das Handwerk schimpft über schlecht gebildete Schulabgänger und eine miese Bildungspolitik. Damit könnte jetzt Schluss sein. Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner will Handwerker und andere Personengruppen zu Erziehern umschulen, berichtet das Nachrichtenportal taz.de „Es ist sogar pädagogisch sinnvoll, Leute mit anderen Erfahrungen zu haben“, sagt Zöllner.
Und so soll die Umschulung der Maurer, Rohrleger und Gebäudereiniger ablaufen: Die Quereinsteiger sollen sich mindestens 1000 Stunden – schwerpunktmäßig in musisch-kreativer Gestaltung und Recht und Verwaltung – fortbilden lassen und ihr Wissen am Ende in einer speziellen Prüfung unter Beweis stellen.
Der Erzieherbedarf in der Bundeshauptstadt ergibt sich unter anderem durch eine Absenkung des Erzieherschlüssels von zehn auf neun, berichtet taz.de. Außerdem habe der Bund die vorschulische Bildung ausgebaut.
Dass Handwerker mit einer entsprechenden Ausbildung den Erzieherjob entsprechend ausüben können, daran glaubt Martina Costello nicht. Die pädagogische Geschäftsleiterin des Eigenbetriebs Kindertagesstätten in Berlin Süd-West sagt in der Berliner Morgenpost: „Mit 1000 Stunden Unterricht erlangt man nicht das gleiche Maß an didaktischer, pädagogischer und psychologischer Kompetenz wie ein staatlich anerkannter Erzieher mit dreijähriger Ausbildung.“
Eher gelassen sieht Burkhard Entrup von Landeselternausschusses der Kitas die Idee: Wer gut ausgebildet würde und wirklich Lust habe, mit Kindern zu arbeiten, habe gute Voraussetzungen für den Erzieherjob.
Eine gute Idee?
(ja)

1 Kommentar zu "Handwerker in die Kitas?"
Eine durchaus tolle Idee, wie ich finde. Gleiches sollte auch in Grundschulen eingeführt werden. Ich gehe bereits einmal die Woche in die Grundschule meiner Tochter und unterstütze als Lesehelfer. Es macht riesigen Spaß, den Kindern Impulse mit auf den Weg zu geben. Hinzu kommt die Effektivität in kleineren Gruppen zu lernen. Mir ist es ein Dorn im Auge, dass es keine männlichen Grundschullehrer mehr gibt oder nur wenige. Wenn ich könnte und es möglich wäre würde ich sofort eine Zusatzausbildung oder ein ergänzendes Studium absolvieren, um die Vorrausetzungen zu bekommen, an Grundschulen ergänzend zu helfen. Jungen brauchen in der Grundschule nicht nur sehr stark Ihren Vater, sondern auch männliche Lehrer und Mädchen eben sehr stark ihre Mutter und weibliche Lehrer. Es fehlt mir einfach der ausgewogene Mix aus beiden Lehrerteilen. Da es bereits hier, ich spreche den männlichen Part an, zu großen Defiziten kommt, sehe ich große Folgen. Als Unternehmer nehme ich die Erziehung meiner Kinder sehr ernst und bin auch nicht immer in der Lage alles korrekt zu realisieren. Das erwarte ich auch nicht von mir. Jedoch vermisse ich die Unterstützung Seitens der Schule und anderer öffentlicher Einrichtungen. Wer selber Schulkinder hat, der weiß wovon ich rede. Herzliche Grüße Ihr innovativer Malermeister Matthias Schultze http:www.maler-heyse.de