03.11.2011
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Ausgebrannt

Handwerker im Hamsterrad

Typische Ursachen: Verantwortung, Angst, Überlastung

Wenn Bachsmann heute über diese Zeit spricht, ist auch eine Wut spürbar. Er sagt: „Jeder Fehler, den sie in einem kleinen Unternehmen begehen, wird hart bestraft. Sie können nur mit dem eigenen Geld arbeiten. Wenn ein Kunde nicht zahlt, können sie nicht zum Staat gehen und sagen, dass sie Geld benötigen.“ Ist Burnout also eine typische Unternehmerkrankheit?

„Nein“, sagt Professor Wolfgang Seidel, „die Krankheit ist in allen Berufsgruppen vertreten.“ Andererseits seien die Symptome, die Bachsmann beschreibt, typisch für die Krankheit. Der Mediziner und Buchautor: „Wenn Menschen an sich zweifeln, werden sie unsicher. Je unsicherer sie werden, um so mehr zweifeln sie an sich. Das ist ein sich selbstverstärkender Teufelskreis – und dann wird das Selbstwertgefühl als Zentrum der Persönlichkeit erschüttert.“

Verantwortung, Angst, Überlastung – auch die Ursachen, die Bachsmann nennt, seien typisch. Und wenn der Erschöpfungszustand von Burnout-Patienten nicht rechtzeitig behandelt wird, folge die Depression fast zwangsläufig, mahnt Seidel. „Weil sie depressiv wurden und nicht mehr erwerbsfähig waren, haben sich 2011 bereits 71.000 Menschen berenten lassen. Hinter dem Herzinfarkt ist das die zweithäufigste der schweren Erkrankungen.“

Dass ein einfaches "Nein" überlebenswichtig sein kann, lesen Sie auf Seite 3.

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1 Kommentar zu "Handwerker im Hamsterrad "

  1. Karin Uphoff - 04.11.2011, 18:49 Uhr (Kommentar melden) Antworten

    Finde ich gut, dass Sie darauf aufmerksam machen. Gerade Unternehmer, die mit viel Herzblut und Engagement ihren Betrieb führen, laufen Gefahr, sich zu zerreiben. Delegieren, Kooperieren, Systematisieren: All das muss gelernt und geübt werden.