Handwerkerauktionen im TV-Test
Fazit: Auftragsportale im Praxistest
Lehrstunde für Verbraucher bei SternTV: Sparen können Kunden mit Hilfe von Auftragsportalen zwar. Doch wer Qualität will, sollte sehr genau hinschauen.
Kein Verbrauchertipp ohne schwarzes Schaf . Auch diesmal wurden die Tester fündig: Ein vermeintlicher Profi mit guten Kundenbewertungen und Eintrag in der Handwerkskammer entpuppte sich als Hobby-Handwerker. Eine Waschmaschine mit Trommellagerschaden war zu reparieren – der vermeintliche Handwerker kam jedoch nicht drauf und tippte auf Probleme mit den "Motorkohlen". "Ich mach das nebenberuflich", gestand er schließlich vor laufender Kamera, hielt aber hartnäckig an seiner Diagnose fest.
Die Ehre des Handwerks – und der Auftragsportale – mussten dann andere retten: Der nächste Handwerker jedenfalls fand den Lager-Schaden binnen 20 Sekunden. Und auch mit den Ergebnissen der anderen Probeaufträge (fünf Fenster putzen für 50 Euro, ein Treppenhaus streichen für 430 Euro) waren die Tester rundum zufrieden.
Und so fielen auch die Tipps und Einschätzungen der Redakteure aus. Die lauten zusammengefasst:
- Auftragsportale sind billiger als der Handwerker um die Ecke .
- Sie sind für kleinere Aufträge im Wert von ein paar hundert Euro geeignet. Bei größeren und aufwändig zu beschreibenden Vorhaben ist der direkte Kontakt zum Profi sinnvoller.
- Durch Qualitätskontrollen gibt es so gut wie keine Schwarzarbeiter. Schwarze Schafe lassen sich jedoch nicht völlig ausschließen.
- Kunden sollten auf möglichst viele gute Bewertungen achten und die Angaben zu den Anbietern genau studieren (Meister- oder Gesellenbrief? Mitglied der Handwerkskammer? Versichert?)
Größter Schwachpunkt der Sendung: Zu oft wurde allgemein von „Auftragsportalen“ und „Handwerker-Börsen“ gesprochen. Dass Computer Bild die Portale Undertool, Jobdoo und Work5 mit einer glatten „5,00“ als „mangelhaft“ bewertete, wurde nicht erwähnt. Dafür stand My-Hammer als Testsieger („gut“, 1,96) im Mittelpunkt.
Live-Diskussion mit blauarbeit
Während und nach der Sendung nutzte indes der Test-Zweite blauarbeit.de ("gut", 2,41) die Gelegenheit, mit Kritikern und Interessenten im Internet über Auftragsportale und blauarbeit zu diskutieren: Sechs Fragen, sechs Antworten, ein bisschen Selbstdarstellung und etwas Small-Talk über die Sendung.
Nachtrag (28.05.2010): Auch am Donnerstag nach der Sendung stand Blauarbeit-Geschäftsführer John Minah für Diskussionen im Web zur Verfügung - viel passierte aber nicht mehr:
- Diskussion mit John Minah bei facebook (abgeschlossen)
- die selbe Diskussion bei formspring.me (abgeschlossen)
(jw)

2 Kommentare zu "Fazit: Auftragsportale im Praxistest"
Die Ergebnisse finde ich ok und stimmen denen auch zu. Natürlich hat auch der Auftraggeber eine gewisse Selbstverantwortung zu tragen. Aber gerade auch unter Auftraggebern gibt es Preisdrücker, denen es vollkommen egal ist, wer den Auftrag ausführt, Hauptsache billig. Ärger gibt es dann natürlich, wenn der Anspruch hoch ist und man das für den Preis unmöglich machen kann. Den schwarzen Peter bekommt ja dann auf jeden Fall MyHammer zugespielt.
Das war wieder ein bericht für typisch dumme Leute. Wenn wir von den angegebenen fakten ausgehen, war das Treppenhaus nicht wirtschaftlich. Wer rechnen kann und den mindestlohn kennt ist klar im Vorteil.