04.02.2010
7 Bewertung(en) Rating
Schriftgröße

Schattenwirtschaft

Erst die Arbeit, dann die Arbeit

Es ist Freitag, der Feierabend naht. In der Neubausiedlung werden Maschinen und Motorsägen angeworfen. Wo sind eigentlich die Schwarzarbeitsfahnder? Auf der Großbaustelle?

 - Bilderbox
Bilderbox

Klingt erst einmal positiv, was die Augsburger Allgemeine da vermeldet: 2010 könnte ein Rekordjahr werden! Leider meinen die Redakteure die kleinteilige Schwarzarbeit: Den Wasserhahn wird der "Bekannte eines Freundes" reparieren, die Fliesen wird "der Nachbar für ein Handgeld" legen.

Im Prinzip sei es schon richtig, dass der Bundesfinanzminister mit verschärften Kontrollen und neuen Fahndern die Schattenwirtschaft bekämpfen will, sagt Karl Kratochvil dem Blatt. Der Mann ist Kreishandwerksmeister im bayerischen Wertingen.

Doch Schäuble sollte seine - mittlerweile 6700 - Kontrolleure doch auch einmal auf die kleinen Baustellen schicken. Beispielsweise am Freitag, wenn in den Neubauten der Region die Maschinen heißlaufen. Kratochvils Mutmaßung: Da sind allzu oft "Schwarzarbeiter am Werk", jede sechste Arbeitsstunde "in der deutschen Bauwirtschaft werde schwarzgearbeitet".

Die Auftragseingänge seien "bemerkbar" rückläufig, sagt Kratochvil.

Im selben Artikel begründet der Mitarbeiter eines Malerbetriebes, warum er nach Feierabend aktiv wird: "Ich muss nebenher arbeiten, weil der Lohn für die Familie nicht reicht." Die 15 Euro, die ihm sein Arbeitgeber zahle, seien einfach zu wenig: "Man will sich mal was leisten und Rücklagen schaffen.“

Und der Mann bestätigt, dass die die Darstellung des Kreishandwerksmeisters über die Situation an einem Freitag im Neubaugebiet richtig sein könnte. Schon im vergangenen Jahr "war die Nachfrage so groß, dass er nicht alle Aufträge annehmen konnte", schreibt die Augsburger Allgemeine.

(sfk)

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?

Kommentar schreiben

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» refresh)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

4 Kommentare zu "Erst die Arbeit, dann die Arbeit"

  1. horatio - 08.07.2011, 15:50 Uhr (Kommentar melden)

    Leute, ihr sprecht mir aus der Seele. Solange unsere Politiker so korrupt und unglaubwürdig sind, lügen und betrügen bis hin zum krankhaften Verfolgungswahn und sich vor allen Dingen ständig in die eigene Tasche wirtschaften, ungeachtet dessen, wie es dem Rest der Bevölkerung geht und ob dies moralisch vertretbar ist, gibt es kaum Hoffnung auf Abhilfe. Wenn mehr als die Hälfte der verdienten Brötchen an den Staat gehen und der nicht das geringste dafür tut, sich bei allem und jedem bedient, Gesetze aus dem nichts erschafft, um noch mehr Kohle zu bekommen, dann fühlt man sich doch wie im Mittelalter. Die Bevölkerung ist diesem Treiben machtlos ausgesetzt. Seit Einführung des Euro und Förderung der Personaldienstleister durch die entsprechende Lobby in der Politik geht die Talfahrt munter nach unten. An Statistiken und Zahlen habe ich noch nie geglaubt. Kunde und Handwerker wollen die Steuern sparen und sind sich einig. Leider wird das oft so praktiziert und am Ende ist der ehrliche Handwerker der Dumme. Zudem kommt noch die Billig-Konkurrenz aus Osteuropa und Hausmeisterservice, die zum Selbstkostenpreis arbeiten, oft genug ohne Rechnung. Aber möchten wir einen Überwachungsstaat, der alles und jeden überwacht? Das Problem würde sich vielleicht von selbst lösen, wenn das Geld statt in Bauruinen in die Förderung des Mittelstandes fliesen würde. Die Handwerker zu fördern statt zu jagen, das wäre doch mal eine gute Alternative. Zitat Schäuble: "Jeder Bürger ist zuerst einmal schuldig, bis er das Gegenteil beweisen kann!"

  2. Prigge - 12.02.2010, 16:56 Uhr (Kommentar melden)

    Pholemik hilft hier nicht weiter - klar ist - wer schwarz arbeitet, sägt auf dem Ast auf dem er sitzt. Ein guter Weg ist die Imagekampagnde für das Handwerk, die bitter Not getan hat um my hammer & Co die Stirn zu bieten. Klare Absprachen mit den eigenen Angestellten - wer schwarz arbeitet, fliegt raus. Und der Kunde - der ist König, aber man kann ihm schon sagen, das es Gesetze gibt und das sich hier auch für ihn die ehrliche Arbeit lohnt z. B. durch den Steuerbonus, den Anspruch auf Gewährleistung. Letzendlich ist es aber immer eine Gewissensentscheidung des einzelnen Unternehmers, ob und wie weit er sich auf das Kuhhandeln einläßt. Trotz allem sind die Politiker in der Pflicht - ehrliche Arbeit muß sich in Deutschland wieder lohnen.

  3. Rainer Braun - 05.02.2010, 18:29 Uhr (Kommentar melden)

    Absolut richtig. Mehr Kontrolle sollte sein aber nicht nur an den paar spektakulären Großbaustellen wo das TV-Team mitdreht, zig Zollbeamte einigen Schwarzarbeitern die weiterarbeit verbietet. Viel mehr Kontrollen sind schon bei den "Firmen" angesagt die ohne Berechtigung einen Beruf ausüben zu dem sie weder die Voraussetzungen noch fundierte Kenntnisse besitzen. Diese "Firmen" zocken großspurig ab, zum Teil mit billigem "Personal" woher auch immer und bringen durch Pfuscharbeit die ehrlichen Handwerksmeister um ihre guten Ruf. Die Gieiz-ist-geil-Mentalität tut ihr übriges. Verschiedene Kunden versuchen ständig die Mehrwertsteuer einzusparen. Dazu noch eines oben drauf zu geben mit dem Argument: "Dann kannst Du ja auch noch ein Stück entgegenkommen in deinem Netto-Preis". Lässt man sich darauf ein, macht man sich schon strafbar, tut man es nicht, bekommt man den Auftrag nicht! Es sollte viel mehr Aufklärung darüber stattfinden das auch jeder Privatkunde von der korrekten Rechnung eine Erstattung bei der ESt erhält. Dann enfielen die Diskusionen über die MWSt. Die Handwerkskammern tun zu wenig um die Schwarzfirmen zu kontrollieren. Wofür zahle ich dann deren Beitrag?

  4. Gernot Weyrich - 05.02.2010, 09:00 Uhr (Kommentar melden)

    Absolut richtig !! Unsere verschlafenen, faulen Politiker merken allerdings nichts davon . Sie sitzen bei Sekt und Kaviar in den Vorstandsetagen der Industrie und höhren sich deren Sorgen an . Das dem kleinen Handwerksbetrieb ständig das Wasser abgegraben wird stört diese Bürokraten nicht. Sie werden in den oberen Etagen der Wirtschaft besser bedient und " Geschmiert" . Deutschland ist inzwischen eine richtige Bananenrepublik geworden! Wenn man sich die Verbre.....riege der Bundesregierung anschaut, packt man am besten seine Koffer, wirft den Deutschen Ausweis in den Mülleimer und ab ....ganz weit weg ....( am besten noch als Deutscher verleugnen lassen) . In Deutschland wird so lange diskutiert bis nix mehr geht und dann...knallst mal wieder .".wenn der Richtige kommt und aufräumt ". Politiker ist der einzige Beruf, in dem (zudem) man nicht ausgebildet wird. Zockt nur weiter so die Handwerker ab, die Quittung wird schon geschrieben !!