28.04.2009
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Erst denken, dann streiten

Zwei Drittel der Unternehmer streiten kultiviert mit ihren Mitarbeitern. Doch jeder Fünfte bekennt sich in der handwerk.com-Umfrage zu einem autoritären Führungsstil.

Zwei Drittel der Unternehmer streiten kultiviert mit ihren Mitarbeitern. Doch jeder Fünfte bekennt sich in der handwerk.com-Umfrage zu einem autoritären Führungsstil.

Wir haben gefragt: "Streitkultur: Tragen Sie den Zoff mit Mitarbeitern offen aus?". 63 Prozent der Unternehmer sagen "Schon, aber die Höflichkeit muss gewahrt bleiben." "Ja, so räumen wir Probleme gezielt aus dem Weg", geben 17 Prozent an. Und jeder Fünfte pocht auf seine Autorität und meint: "Nein, das würden sich meine Leute nicht erlauben."

"Konflikte müssen ausgetragen werden", sagt Angela Roethe. Die Ausbilderin an einer Streitschule in München unterscheidet zwischen strukturellen Konflikten und Auseinandersetzungen, die in der Persönlichkeit oder dem Verhalten eines Mitarbeiters begründet sind.

"Strukturelle Konflikte betreffen meistens viele, häufig ist die Weisungslinie vonseiten der Unternehmensführung nicht klar", erklärt die Mediatorin. Diese Konflikte könnten in größerer Runde diskutiert werden. Möglicherweise liege ein Irrtum beim Chef vor. Es gehöre zur Führungskompetenz, sich der Kritik an der eigenen Person zu stellen. Unter vier Augen kläre man am besten Konflikte, die in der Person eines Mitarbeiters begründet seien. Hier greife die Fürsorgepflicht des Chefs.

Unabhängig von der hierarchischen Position gelte: "Wer jemanden verletzt hat, sollte sich immer entschuldigen. Erst danach ist das Gegenüber bereit, Ursachen gemeinsam zu klären." Darüber hinaus mache der Ton die Musik. Die Expertin rät: "Solange Sie vor Aufregung nur schreien können, gehen Sie lieber erst mal eine Runde um den Block." Ein Klärungsgespräch sollte man erst beginnen, wenn man die Probleme benennen kann.

(bw)

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