Komplett sinnlose Abschiebung droht
Meister Walter kämpft um seinen Gesellen
Ein SHK-Geselle soll nach Simbabwe abgeschoben werden. Sein Chef wirft den Behörden vor, dass sie den Handwerker als minderwertig ansehen: "Ist der Mann weniger wichtig für die Gesellschaft als ein Computerspezialist?"
Wer mit Gernot Walter spricht, merkt eines sofort: Der SHK-Meister ist von seinem Gesellen komplett begeistert. Als Simbarashe Rutize vor fünf Jahren nach Fellbach (nahe Stuttgart) kam, sprach er kaum ein Wort Deutsch. „Der Simba hat sich unheimlich gut integriert. Er hat zugepackt, die Gesellenprüfung bestanden, er hat sich hier ein Leben aufgebaut“, sagt Walter.
Die Krux: Die Aufenthaltsgenehmigung des 26-Jährigen läuft zum Jahresende aus. Dabei hatte Walter der Ausländerbehörde mitgeteilt, dass er seinen Gesellen weiter beschäftigen will und einen unbefristeten und gut dotierten Arbeitsvertrag in Aussicht gestellt. Die Reaktion der Beamten regt Walter auf. Zusammengefasst: Rutize sei nicht ausreichend qualifiziert, es gebe kein übergeordnetes regionales Interesse, ihn weiter zu beschäftigen.
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3 Kommentare zu "Meister Walter kämpft um seinen Gesellen"
Natürlich schmerzen uns Einzelfälle. Meines Erachtens sind langfristige volkswirtschaftliche Notwendigkeiten zu berücksichtigen, inwieweit wir zusätzliche Arbeitskräfte ins Land lassen sollten. Jetzt sind wir EU und sollten erst das EU-Potential ausschöpfen. Sicherlich kann man auch die genannten Systeme wie in Australien und Kanada näher in Betracht ziehen. Warum nicht. Wir können unsere Situation aber auch nicht mit Verhältnissen wie in Frankreich oder England vergleichen, die einen anderen internationalen Arbeitskräfte-Standard aufgrund der Geschichte als ehem. Kolonial-Herren haben.
Ich arbeite selbst als Alt-Geselle in einem mittelständischen Betrieb im Metallbau. Internationalität funktioniert bei uns prima. Es fragt keiner, bist Du EU-Bürger oder Nicht-EU-Bürger. Aber bei der Öffnung unseres Arbeitsmarktes für den Osten diskutierten wir schon in den Mittagspausen die Auswirkungen dieser Öffnung für unsere Löhne. Gute und teampassende Kollegen empfangen wir offen, aber genau so ehrlich gestehen wir die Angst um unsere Löhne, wenn weitere Billig-Lohn-Länder unsere Tarif-Politik beeinflussen.
Guten Tag ! Schon absurd das ganze. Bin selbst Unternehmer und weiss wie schwierig es mittlerweile ge- worden ist in ausreichender Anzahl gute Mitarbeiter zu bekommen. Da macht man bereits Kopfstände wegen drohendem Facharbeitermangel und es wird öffentlich fehlende funktionierende Integration angeprangert. Hier geschieht - sicherlich auch aufgrund glücklicher Umstände - mal alles so,wie man es sich nur wünschen könnte und es lösen sich die beiden oben angesprochenen Probleme "von selbst". Sollte "Herr Rutize" wirklich abgeschoben werden, sollte man im selben Atemzug über die Ent- lassung und Abschiebung aller Beteiligten an dieser Entscheidung incl. der Politiker, welche es trotz ständigen öffentlichen Gehäuschels versämt haben, genau für solche Fälle bereits lange eine angemessene Lösung (auf Rechtsgrundlage) bereit gestellt zu haben, nachdenken. Diese Leute kosten uns nämlich ein vielfaches und bringen außer viel mediengerechtem Gewschwafel = 0. Warum lernen wir nicht von anderen ? Ein System ähnlich, wie bsw. in Canada wäre hier hilfreich: nach einer Bewährungszeit (mit Aufenthaltserlaubnis) Punkte für Sprache, Ausbildung, Entwick- lung etc. = Entscheidung auf einer qualifizierten Basis, nicht Willkür oder eine veraltete Gesetzeslage. Wenn Deutschland auf absehbare Zeit seinen Status erhalten (geschweige denn weiter ver- bessern) möchte kommen wir um solche Lösungen nicht drumherum. Aber ach! Ich vergas, unsere Herren und Damen Politiker sind ja gerade mit der Herbeiführung einer massiven Eurokrise beschäftigt! Wären mal die Regeln für Hedgefonts, Börsenspekulanten und Rating Agenturen so streng, wie die für Imigranten dann ging´s und langfristig gesehen wohl auch besser.