Scharfe Sache
Ein Kochmesser von Jean-José Tritz
Dinge, die Sie absolut nicht brauchen – aber garantiert haben wollen. Folge 18: Ein Kochmesser, das so scharf ist, dass Fisch, Fleisch und Gemüse, die damit geschnitten wurden, noch mal so gut schmecken. Glauben Sie nicht? Wir schon. Denn wir haben es ausprobiert.
Es gibt potenzielle Kunden, die schmeißt er sofort raus. Kaum haben sie ihre Wünsche geäußert, schon stehen sie wieder auf dem Bürgersteig vor seiner Werkstatt im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Das sind Leute, die glauben, dass vornehmlich die Unterwelt das Auftragsbuch eines Messermachers füllt.
Die Kunden des Messermachers Jean-José Tritz haben es aber nicht auf Menschen, sondern auf Tomaten abgesehen. Auf Gemüse aller Art, auf Fisch, auf Fleisch.
Vor allem ambitionierte Hobbyköche wüssten zu schätzen, sagt der 48-Jährige, dass seine Messer "eindeutig schärfer" als die Konkurrenzprodukte der Industrie seien. "Und schöner sind sie auch, alles Einzelstücke", sagt er, dreht sich um und öffnet die Türen des alten Schrankes an der Rückseite seiner Werkstatt. Hier hat er seine Schätze versteckt. Tritz will drei seiner Lieblingsmesser vorführen. Die Entscheidung fällt ihm offensichtlich schwer. Er nimmt einige Schachteln, öffnet sie, zieht ein Messer mit einer extrem vorsichtigen Bewegung aus der Scheide, betrachtet es, schiebt es genauso vorsichtig zurück, nimmt eine andere Schachtel. Ob er so behutsam ist, weil er sich schneiden könnte? Jedenfalls vergehen einige Minuten bei dieser Prozedur.
Für welche Modelle sich der Schmied entscheidet, lesen Sie auf Seite 2 .
