Knigge-Klassiker
Die Kunst des richtigen Vorstellens
Spucke für den Kunden? Im Leben nicht, werden Sie denken! Und doch passiert das in Vorstellungssituationen immer wieder. Wie Sie Ekel-Effekte vermeiden und es schaffen, dass sich alle wohlfühlen, lesen Sie in unseren 3 Tipps für gelungene Vorstellungen.
Wenn alle ihr Handwerk beherrschen, entscheiden oft Manieren darüber, wer die besseren Geschäfte macht. Das haben viele Handwerker erkannt. Werbbotschaften wie "Der Maler, der auch kommt", sind zwar unkollegial, aber durchaus wirksam, meint Handwerker und Höflichkeits-Experte Dr. Hans-Michael Klein von der deutschen Knigge-Gesellschaft.
Ein Knigge-Klassiker, in dem riesiges Potenzial steckt, ist die Kunst des richtigen Vorstellens. Regeln und Literatur dazu gibt es zuhauf, erklärt der gelernte Vergolder. In der Praxis geht es trotzdem drunter und drüber, wenn man einander vorstellt, und das soll es auch, findet er, denn "hier geht es um menschliche Beziehungen".
Darum fasst er seinen Rat in dieser Sache auf drei Kernpunkte zusammen:
- Der Kunde ist König – machen Sie es ihm also einfach.
- Kunden und Mitarbeitern die Bühne bereiten – dafür reichen wenige Worte.
- Fettnäpfchen-Alarm – so ziehen Sie sich sauber aus der Affäre.
König Kunde – so machen Sie es sich und Ihren Kunden leicht
Grundsätzlich gilt bei geschäftlichen Vorstellungssituationen: "Unabhängig vom Geschlecht hat der Hochrangigste in der Runde das Recht, die Namen aller anderen als Erster zu erfahren." Wenn Sie Ihren Kunden vorher mit Namen begrüßen, greift diese Regel noch nicht.
Beispiel Besuch beim Kunden: Handwerkschef: Schönen guten Tag, Frau Leissle, mein Name ist Müller. Darf ich bekannt machen, dies ist mein Mitarbeiter Herr Meyer. Herr Meyer, das ist Frau Leissle.
Besuch vom Kunden: Betritt ein Kunde Ihre Geschäftsräume, müsste eigentlich er als Fremder sich zuerst vorstellen. Allerdings hat er es so unnötig schwer in Ihrem Territorium. Darum brechen Sie die Regel einfach. "Ergreifen Sie die Initiative, um es Ihrem Kunden so leicht wie möglich zu machen."
Ladys first: Schließlich ruft Klein als Vorsitzender der deutschen Kniggegesellschaft noch einmal zum Regelverstoß auf: Sobald eine weibliche Kundin mit einem männlichen Begleiter auftaucht, vergessen Sie die geschäftlichen Hierarchieregeln! Der Grund: In den meisten Fällen handelt es sich um Privatkunden und im Privaten heißt es "Ladys first". Geschäftlich mag das nicht ganz regelkonform sein, aber es ist durchaus charmanter.
