Begehrtes Diebesgut
Die Katalysator-Connection
Früher waren es Autoradios. Dann rückten die Navigationsgeräte in den Fokus von Langfingern. Jetzt haben es Diebesbanden vor allem auf die edlen Rohstoffe in den Katalysatoren von Lieferwagen abgesehen.
Sie kommen bei Nacht und Nebel. Sie suchen sich besonders gern entlegene Gewerbegebiete. Dort krabbeln sie vorzugsweise direkt unter die dort abgestellten Lieferwagen. Und sie haben vor allem eins im Blick: Die Katalysatoren der Transporter.
Mit Sorge beobachtet das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) die Entwicklung. Sicher sind sich die Ermittler, dass es sich um gut organisierte Banden handelt. So haben die Diebe nach einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) zum Beispiel im Mai 500 Kats über Nacht von einem Autohändler in Oldenburg gestohlen.
Das Vorgehen ist laut LKA immer das gleiche. Die Täter suchen sich gezielt Gewerbegebiete in der Nähe der Autobahn. Ein paar gezielte Schnitte mit professionellen Rohrschneidern und schon ist der Katalysator fertig zum Abtransport. Die Ermittler vermuten, dass sie es mit einer neuen Form der Rohstoffkriminalität zu tun haben. Denn offensichtlich haben es die Banden vor allem auf die in den Katalysatoren verbauten Materialien wie Platin, Rhodium und Palladium abgesehen.
Die Schäden beziffern die Behörden dem HAZ-Bericht zufolge mittlerweile auf einen zweistelligen Millionenbetrag.
Besonders häufig betroffen sind Kleintransporter der Marken Mercedes Sprinter und IVECO. Aber auch Pkw wüden regelmäßig um ihre Katalysatoren erleichtert. Von einer kriminiellen Form der Ersatzteilbeschaffung gehen die Ermittler nicht aus.
Ernsthaft schützen können sich die Halter von Transporter nicht. Die Beamten raten daher dazu, Fahrzeuge auf gut ausgeleuchteten, idealerweise bewachten Geländen abzustellen. Außerdem sollten Fahrzeuge, soweit dies möglich ist, so weit es geht abgesenkt werden, um den Langfingern den Zugriff auf die begehrten Teile im Abgasstrang so schwer wie möglich zu machen.
(ha)
