23.08.2012
1 Bewertung(en) Rating
Schriftgröße

Das geht gar nicht

Die Dienstleister der Dumpinglöhne

Alles selbstständig – die Statistik explodiert

Schrumpfgeld:

Selbst von den Mini-Löhnen kommt nicht alles bei den Arbeitern an.
Selbst von den Mini-Löhnen kommt nicht alles bei den Arbeitern an. - 
BilderBox.com

Das Rezept: Nicolae D. schickt "seine" Arbeiter als Selbstständige nach Deutschland. "Der Rumäne meldet ein Gewerbe an und arbeitet auf selbstständiger Basis bei Ihnen", zitiert plusminus den Dienstleister. Das sei der beste Weg, wenn man sich die Finger "nicht so schmutzig machen" wolle.

Doch wie klappt das mit den Gewerbeanmeldungen? Die Männer sprechen ja nicht einmal deutsch. Da müsse man etwas helfen, sagt D., während die versteckte Kamera läuft. Es sei ideal, wenn es jemanden gibt, der die Arbeiter zum Gewerbeamt führt: "Das ist nicht kompliziert.“

Die Statistik spricht für sich. Rumänien ist seit 2007 EU-Mitglied, seitdem ist die Zahl der Gewerbeanmeldungen in Deutschland nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung von 5.081 auf 17.803 im Jahre 2011 Jahr gestiegen. plusminus hat auch bei der Berliner Senatsverwaltung nachgefragt. Dort haben allein im Bausektor im vergangenen Jahr 766 Rumänen ein Gewerbe angemeldet: “Viermal mehr als zwei Jahre zuvor.“

Einen Rat gibt Nicolae D. den plusminus-Redakteuren noch mit auf den Weg: "Sie sollten auf der Baustelle einen guten Vorarbeiter haben, der wirklich streng ist mit den Leuten. Die Rumänen müssen immer gut geführt werden. Nie alleine lassen!"

Nächste Seite: Ein guter Vorarbeiter für Selbstständige? Das wirft Fragen auf!

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?

2 Kommentare zu "Die Dienstleister der Dumpinglöhne "

  1. DanielaDorothea - 01.09.2012, 09:51 Uhr (Kommentar melden) Antworten

    Genau das ist der Punkt. Der GU und der Staat suchen sich aus, welche (Mindest-) Löhne sie gerade mal zahlen wollen. Das ist blamabel für Deutschland! Auch Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst müssten mal mit ihrem Privateinkommen bestraft werden die solche Aufträge freigeben!! Das darf es nicht geben. Und dann heulen genau sochle Scheinheiligen rum, wenn der "böse" Unternehmer seinen Mitarbeiter mit Mindestlohn (Maler 12,00 €) entlassen muss, weil alle Kunden nur noch billig wollen.

  2. Gustav Palhuber - Nürnberg - 24.08.2012, 08:24 Uhr (Kommentar melden) Antworten

    Korrigieren Sie mich, falls ich falsch liege. Auf der Internetseite der Bauinnung Regensburg lese ich: "Der Mindestlohn I - West (Mindestlohn für einen Bauhelfer) beträgt 11,05 Euro" "http://www.bauinnung-regensburg.de/10_Baufakten_-_Wer_haette_das_gedacht__I6112.whtml). Meines Wissens liegt der Mindestlohn bei der Zeitarbeit bei 7,89. Und jetzt lesen wir in handwerk.com vom rumänischen Schein-Unternehmer 3,00 € Unternehmer- Lohn. Alles pro Stunde und brutto wohlgemerkt. Bin ich jetzt scheinheilig oder kann ich mir endlich auch ein Häuschen bauen. Verzichte ich jetzt freiwillig? Wie ich lese steht der Träger oder Bauherr der Kita Köln auch zu Europa und finanziert die Kita mit dem 3,00 €-Unternehmer?