01.10.2012
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Kuriose Werbung

Der Tod auf dem Trikot

Wutwelle trifft Hühnerbrust-Trikot

Werbe-Urahn
Mit dem Zwölfender aus Braunschweig fing alles an.
Werbe-Urahn - 
Foto: Siefken

Als Werder in diesem Sommer den Geflügel-Giganten als Sponsor vorstellte, hat das für reichlich Aufregung gesorgt – und für schräge Überschriften. Focus.de schlagzeilte: „Wutwelle gegen Hühnerbrust-Trikot von Werder Bremen."

Auf den Gefällt mir-Button der Seite „Werder-Fans gegen Wiesenhof“ haben bislang 18.812 Facebook-User geklickt (Stand: 1. Oktober). Dort wird auf Filme über die Zustände bei Wiesenhof verwiesen, hier zum Beispiel ein Video der Tierschutzorganisaton PeTA. Was man auch wissen muss: Werder hat seit Jahren einen Vertrag mit einem Vermarkter, der die Trikotwerbung eingetütet hat. "Gegen die Entscheidung pro Wiesenhof hatte Werder kein Vetorecht.", sagt ein Insider. Ein Vertragsbruch wurde offenbar intern diskutiert, hätte aber einen Millionenverlust bedeutet.

Und es ist nicht das erste Mal, dass Trikotwerbung für Ärger sorgt. 1973. Da fing alles an. Eintracht Braunschweig ist bekanntermaßen der erste (deutsche) Verein, der die Brust seiner Spieler vermarktet hat. Legendär sind auch die juristischen Tricksereien von damals. Weil der Deutsche Fußballbund lediglich Vereinswappen auf den Fußballhemden erlaubte, erklärten die Braunschweiger kurzerhand das Firmenlogo des Likör-Fabrikanten Jägermeister zum Wappen.

Eine geniale Idee, die für ein extremes Medienecho sorgte und vergleichsweise ein Schnäppchen für den Schnapsproduzenten mit dem Zwölfender war. 200.000 Mark kostete damals das Trikot-Sponsoring. Laut Süddeutsche Zeitung kassiert Branchenprimus Bayern München „in Zukunft schätzungsweise 30 Millionen Euro pro Jahr“ vom Hauptsponsor Telekom. 

  Mach ihn rein: Komdom-Werbung sorgt für blanken Hass – lesen Sie Seite 3.

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2 Kommentar zu "Der Tod auf dem Trikot "

  1. Arnd Zeigler - 17.10.2012, 11:34 Uhr (Kommentar melden) Antworten

    Was mich nun aber doch brennend interessieren würde: Was habe ich a) als Stadionsprecher mit der Auswahl des Trikotsponsors meines Lieblingsvereins zu tun und darf ich b) als Moderator einer WDR-Sendung tatsächlich keine Nebensätze auf den Tabellenplatz des FC Augsburg beziehen, weil Werder Bremen für Hähnchen wirbt? Und darf man c) Trikotwerbung für Bestattungsunternehmen oder Bordelle nicht trotz allem kurios finden, egal was es sonst noch für mögliche Sponsoring-Varianten gibt? Andernfalls dürfte man ja auch nicht über einen Witz lachen, ehe man nicht verifiziert hat, ob andere Witze möglicherweise lustiger sind. Das ist alles sehr verwirrend hier.

    • Die Redaktion - 24.10.2012, 18:50 Uhr Antworten

      So, wir haben intensiv mit Arnd Zeigler diskutiert – und den Text dann an zwei Stellen geändert. Zur Erklärung: In der ersten Textversion hatten wir A. Z. empfohlen, dass er sich beim Thema Trikotwerbung wegen der Werder-Wiesenhof-Geschichte "besser nicht so weit aus dem Fenster lehnen sollte". Das war ironisch gemeint, aber gleichzeitig daneben, weil Zeigler nun wirklich nicht die Werder-Werbung verantwortet. Doch, doch, es würde uns freuen, wenn sich der WDR-Moderator in der Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" weiter gaaanz weit aus dem Fenster lehnt. Beste Grüße