Juristischer Leberhaken
Dauerprozess: sieben Jahre – kein Urteil
Es geht um 200.000 Euro für den Bau einer Boxhalle: Ein Düsseldorfer Handwerker kämpft seit 2003 um seine Bezahlung. Kommentar des Gerichts: alles ordnungsgemäß.
Horst Schleutermann ist 74 Jahre alt. Doch zur Ruhe setzen kann er sich nicht. Denn der Metallbauer "muss arbeiten, weil er auf einer 200.000-Euro-Rechnung sitzen blieb". Das berichtet das Internetportal derwesten.de.
Das Richtfest für die Boxhalle, die Schleutermann mit seinen sechs Mitarbeitern gebaut hatte, sei bereits 2001 gefeiert worden. Aber weil ihn der Bauherr nicht bezahlte, habe er kurz vor Schluss die Arbeiten eingestellt. Und das wiederum sei ihm später als Mangel vorgehalten worden.
Das Projekt war unter anderem von der Stadt Düsseldorf gesponsert worden. Die öffentlichen Gelder habe er allerdings nie gesehen, sagt Schleutermann. Stattdessen musste er das Baumaterial bei seinen Lieferanten abstottern.
Und das hatte Folgen, berichtet derwesten.de: "Seine Mitarbeiter habe er entlassen, sein Erspartes aufgebraucht, seine Eigentumswohnung verkauft."
Warum gibt es nach den all den Jahren noch immer keine Entscheidung? Eine Beschwerde beim Landgericht hat der Metallbauer so formuliert: „Mittlerweile habe ich den Verdacht, Sie warten darauf, dass ich sterbe, dann erledigt sich die Sache von selbst“.
Laut Westdeutscher Zeitung erklärt das Gericht "die Hintergründe der Terminverschiebungen mit einem Wechsel der zuständigen Richterin". Das Verfahren sei ordnungsgemäß behandelt worden.
In einem Monat soll es den nächsten Erörterungstermin geben. Fortsetzung folgt.
(sfk)

1 Kommentar zu "Dauerprozess: sieben Jahre – kein Urteil"
Das Verhalten von Bauherr und Gericht ist ohne Worte. Dafür aber typisch, wie Handwerker behandelt werden. Eine Schande ist das!