"Das soll mir kein GU erzählen"
Ein Generalunternehmer, der von nichts weiß? Dem entgeht, dass seine Subunternehmer ihre Bauarbeiter für Dumping-Löhne schuften lassen? handwerk.com-Leser Marcus Franken mag daran nicht glauben.
Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hatte wie berichtet die Zustände auf einer Münchner Hotelbaustelle beschrieben. Dort sollen "mehr als 40 bulgarische Arbeiter" für vier Euro die Stunde geschuftet und förmlich gehungert haben.
Der Generalunternehmer hatte der SZ gesagt, dass er davon nichts gewusst habe: "Wir wurden selbst gehörig hinters Licht geführt."
Dass diese Aussage eine "Schutzbehauptung" ist, vermutet Innenausbau-Spezialist Markus Franken. "Dumpinglöhne sind Alltag", sagt Franken. Deshalb könne ihm kein GU erzählen, dass er glaube, auf seinen Baustellen gehe alles mit rechten Dingen zu. Frankens komplette Leserstimme finden Sie hier .
(sfk)

1 Kommentar zu ""Das soll mir kein GU erzählen""
GU hinters Licht geführt, wenn es nicht so traurig wäre müsste man lauthals lachen. Ein GU bekommt doch einen Auftrag idR nur, wenn er einen Preis abgegeben hat für den er selbst die Leistung eigentlich nicht erbringen kann. Um den Auftrag dennoch durchführen zu können benötigt er Nachunternehmer, notwendigerweise solche die Teilleistungen 15 bis 20% unter seinem Kotzpreis ausführen. Wen will er da finden, welcher halbwegs normal kalkulierende und arbeitende Handwerksbetrieb soll da zur Verfügung stehen? Da bleiben fast nur die Seelenverkäufer, die schwarzen Schafe um das leisten zu können. Und das wissen die GU’s nicht weil sie es nicht wissen wollen, weil vertraglich je alles bestätigt wurde und juristisch einwandfrei ist. Heute wird mit Verträgen und Papier gebaut, nicht mehr mit vernünftigen Handwerkern, schöne neue Welt. Heute fragt ohnehin fast niemand mehr wie ein Preis zustande kommt, Hauptsache billig. Ob Kinderblut an der Ware klebt sieht man z.B. den billigen Granitpalisaden nicht an oder ob einer dafür 10 oder 15 Std am Tag für einen Hungerlohn schuftet auch nicht. Es fragt sich fast niemand wie man z.B. einen Zentner Granit, völlig handbearbeitet inkl. Fracht Logistik und Händlermargen für 10 Euro verkaufen kann, Hauptsache es sieht schön aus im Garten. Wie hat nicht Eugen Roth schon so schön gedichtet: Ein Mensch, der spürt, wenn auch verschwommen, Er müsste sich, genau genommen, Im Grunde seines Herzens schämen, Zieht vor, es nicht genau zu nehmen. Frohe Weihnachten