11.03.2010
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Bürokratieabbau

Bilanzierungspflicht für kleine Firmen vor dem Aus

Zeit und Geld kostet die Pflicht zur Bilanzierung Schreinermeister Thomas Rademacher - 8000 Euro jedes Jahr. Damit könnte bald Schluss sein: Die EU will kleinere Firmen von der Pflicht zur Bilanzierung befreien.

Thomas Rademacher ärgert sich mächtig über die Bilanzierung, berichtet welt.de. „Ganz abgesehen vom enormen Zeitaufwand kostet mich diese Vorgabe jedes Jahr bis zu 8000 Euro“, zitiert die Internetseite den Handwerker aus Meckenheim. Auch die Pflicht zur Veröffentlichung seiner Bilanz nervt den Unternehmer - könne so doch jeder Wettbewerber in seine Zahlen blicken.

Kein Einzelfall: Wer mehr als 500.000 Euro Umsatz oder mehr als 30.000 Euro Gewinn im Jahr macht, muss in Deutschland eine Bilanz erstellen. Alle anderen haben es leichter. Sie müssen nur eine Einnahmen-Überschussrechnung erstellen. Die ist einfacher, günstiger und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.



Wie welt.de berichtet, will das EU-Parlament nun jedoch europaweit Unternehmen von der Bilanzierungspflicht befreien, die zwei von drei Kriterien erfüllen:

  • Sie beschäftigen maximal zehn Mitarbeiter.
  • Der Jahresumsatz liegt unter eine Million Euro.
  • Die Bilanzsumme beträgt maximal 500.000 Euro.

Ginge es nur nach dem EU-Parlament, wäre die Sache geritzt: 445 Parlamentarier stimmten laut Welt dafür, lediglich 19 dagegen. Doch die Vorlage müsse noch durch den EU-Ministerrat. Deutschland wäre dafür, doch noch könnten Italiener und Franzosen das Vorhaben verhindern.


(jw)

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4 Kommentare zu "Bilanzierungspflicht für kleine Firmen vor dem Aus"

  1. Billy - 02.06.2010, 13:12 Uhr (Kommentar melden)

    Bislang soll nur die Publizitätspflicht für kleine GmbHGmbH & Co. KG gelockert werden, sodass diese dann nicht mehr im Internet ihre Bilanzen veröffentlichen müssen...

  2. Sandra Kuhlert - 17.03.2010, 08:29 Uhr (Kommentar melden)

    Die Gewinngrenze beträgt (ab 1.01.2008) 50.000 Euro.

  3. Jörg Wiebking, Redaktion handwerk.com - 12.03.2010, 08:05 Uhr (Kommentar melden)

    Es stimmt, Kapitalgesellschaften wie GmbHs sind immer bilanzierungspflichtig, unabhängig von der Größe. Äußerungen von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger klingen nicht so, als ob die Bilanzierung für kleine GmbHs nun entfallen würde, jedoch scheinen Erleichterungen möglich. Sie sagte dazu am Mittwoch: "Ein Erfolg auf europäischer Ebene würde uns in Deutschland ermöglichen, die Bilanzierung besonders kleiner Gesellschaften zu erleichtern, namentlich bei der GmbH und der GmbH & Co. KG. ... Deutschland hätte dann die Möglichkeit, kleinen GmbH und GmbH & Co. KG unterhalb dieser Schwellenwerte Erleichterungen gegenüber den auf EU-Recht basierenden Vorschriften der §§ 264 ff HGB zur Bilanzierung und Publizität zu gewähren." Quelle: Bundesjustizministerium

  4. Ingo Haese - 12.03.2010, 07:53 Uhr (Kommentar melden)

    Das wäre ja tatsächlich einmal ein Bürokratieabbau. Dazu meine (hoffentlich nicht zu dumme) Frage: Nach meinem Kenntnisstand sind GmbHs - auch bei geringen Umsätzen oder Gewinnen - immer bilanzierungspflichtig. Stimmt das (dann noch)? Oder würden die oben angeführten Bilanz-Pflicht-Kriterien auch auf GmbHs zutreffen - und somt "kleine" GmbHs nicht mehr bilanzierungspflichtig?