07.05.2009
0 Bewertung(en) Rating
Schriftgröße

Beratung vom Baulöwen?

Die Legende Jürgen Schneider: 15 Jahre nach seiner Milliardenpleite geistert der Mann wieder durch die Medienlandschaft. Wir haben mit einem der Handwerker gesprochen, die damals auf offenen Rechnungen sitzen geblieben sind.

In Leipzig, Frankfurt und Berlin hat der Baulöwe in den 90er Jahren diverse Bauten sanieren lassen. Vielen Handwerksbetrieben dürfte der Name Jürgen Schneider deshalb ein Begriff sein. Laut Leipziger Volkszeitung hat der Bauunternehmer offene Rechnungen in Millionenhöhe hinterlassen.

Mittlerweile ist der gebürtige Hesse 74 Jahre alt und meldet sich wieder zu Wort, berichtet spiegelonline. Als Experte habe er Rettungspläne für die Mädler-Passage in Leipzig zum Besten gegeben: Die Banken sollten den Passagenbesitzern Zinsnachlässe gewähren, „schließlich sind die Banken ja schuld, haben mit ihren Spekulationen die Finanzkrise erst ausgelöst“.

Roland Wetzel ist heute noch wütend. Der gelernte Bildhauer aus Leipzig hat zu Beginn der 90er Jahre an fünf Bauvorhaben für Schneider gearbeitet. Im Nachhinein ärgert er sich über seine Naivität. „Wir haben sogar bei der Hausbank angefragt, ob es sicher ist, für diesen Bauriesen zu arbeiten. Und die Bank hat das abgenickt.“ Niemand habe geahnt, was für ein Schlitzohr Schneider sei. Am Ende blieben bei Wetzel Rechnungen in Höhe von über 800.000 D-Mark offen.

"Dass ich die Handwerker zu hart behandelt habe, tut mir heute noch leid", bedauert Schneider gegenüber spiegelonline. Für eine kleine Entschädigung habe er aber als Buchautor gesorgt. Die Erlöse aus seinen inzwischen drei Büchern fließen in einen Hilfsfonds für jene Handwerker, die er damals beschädigt hat.

Würden Sie sich heute von dem „Bauexperten“ beraten lassen? Schreiben Sie der Redaktion!

(ja)

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?

Kommentar erstellen

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» refresh)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.