06.09.2006
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Kredit

Banken tricksen bei der Förderung

Förderkredite der KfW sollen Handwerkern Investitionen erleichtern. Doch bis zur Auszahlung erleben Betroffene immer wieder böse Überraschungen.

von Jörg Wiebking

Drei Monate dauerte das Warten und Hoffen, dann kam das Geld: Eine Million Euro als zinsgünstiges Darlehen von der KfW Förderbank erhielt die Perfecta Fenster Montage und Vertriebs GmbH im bayerischen Westendorf für die Investition in eine neue Maschine. Doch der Weg dorthin war nicht einfach. „Zwischendurch war es ganz schön knapp“, berichtet Projektleiterin Ines Karl: "„Wir brauchten das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt, sonst hätten wir es teurer zwischenfinanzieren müssen.“"

Viele faule Ausrede
Dennoch hatte Ines Karl Glück. Denn oft müssen Unternehmen in den sauren Apfel beißen, und eine teure Zwischenfinanzierung nutzen, bis endlich die Fördermittel ausgezahlt werden. „

"Da passieren die tollsten Dinger"“, berichtet Martin F., ein Fördermittelberater, der namentlich nicht genannt werden will: "„Einmal hat eine Bank behauptet, die KfW habe den Antrag abgelehnt, aber wir haben bei der KfW nachgefragt, und dabei kam heraus, dass die Hausbank den Antrag nie eingereicht hatte.“ "

In einem anderen Fall habe eine Hausbank den Antrag erst einmal bei sich liegen lassen. „"Die haben das damit begründet, dass sie noch mit einer Zinssenkung gerechnet hätten und für den Kunden das beste herausholen wollten.“ Darüber kann Martin F. nur lachen: Sein Kunde musste die Investition mit einem viel teureren Kontokorrentkredit zwischenfinanzieren.

Betriebe müssen zwischenfinanzieren
Für den Kreditsachverständigen Jens Leschmann aus Lilienthal ist das kein Einzelfall. Seine Vermutung: Weil Kreditinstitute an den KfW-Krediten nur wenig verdienen, halten sich viele bei den Antragstellern schadlos.

Dabei würden sich die Hausbanken die Regelung zunutze machen, dass sie sich für die Annahme der KfW-Zusage ein ganzes Jahr Zeit lassen können: "„Dem Unternehmer wird in der Regel zunächst zur Zwischenfinanzierung ein Kontokorrentkreditkonto eröffnet."

Aus diesem Konto kann der Unternehmer dann zu teuren Kreditzinsen seine Investitionen tätigen. Das Zwischenfinanzierungskonto soll dann nach Bewilligung der KfW-Mittel von diesen getilgt werden.“ Von dieser Bewilligung erfahre der Unternehmer jedoch erst spät und zahle unnötig hohe Zinsen.

Diese Erfahrung bestätigt Hans-Georg Möntmann aus aus Bad König: „"Ich kenne mehrere Fälle, in denen die Auszahlung mit ähnlichen Methoden um bis zu mehrere Monate verzögert wurde“, berichtet der Bankenkritiker und Journalist." Von Einzelfällen könne da nicht mehr die Rede sein, vermutet Möntmann.

KfW sieht keine Probleme
Und was sagt die KfW dazu? „"Natürlich benötigen die Prozesse in den Banken gewisse Zeit, hierfür gibt es sachliche und nachvollziehbare Gründe“", heißt es in einer Stellungnahme. Ursachen seien demnach Antragswege und Förderbedingungen (s. unten). „"Insgesamt zeigt sich in unseren Hausbankprüfungen, dass das Durchleitungssystem gut funktioniert und wir nur in sehr seltenen Einzelfällen Anlass zu Beanstandung haben.“"

Zudem weist die KfW darauf hin, dass Kreditinstitute durch das Anfang 2005 eingeführte risikogerechte Zinssystem der KfW Förderkredite mit kostendeckenden Margen vergeben könnten. Folglich gebe es für Banken keinen wirtschaftlichen Anreiz, ihre Margen über den Kontokorrent-Kredit zu optimieren.

Auf Zusage warten
Möntmann wundert diese Antwort nicht: „"Die KfW kann gar nichts anderes sagen. Die ist doch auf die Hausbanken angewiesen."“ Und was bedeutet das in der Praxis für Unternehmer? "Wer einem Rechtsstreit aus dem Weg gehen will, hat nur eine Möglichkeit: „Man sollte versuchen, ein neues Vorhaben wirklich erst dann zu beginnen, wenn die Zusage der KfW vorliegt“, rät Möntmann, „dann kann die Hausbank die Auszahlung nicht mehr hinauszögern.“ "

Woran Sie erkennen, ob die Bank bei der Förderung trickst, lesen Sie auf der nächsten Seite .

 
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