22.09.2009
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Dumpingpreise im Netz

Auf billig folgt Protest

Im Internet sind ihm Marken­produkte zu Dumping­preisen ein Dorn im Auge. Dagegen geht ein SHK-Meister mit außer­gewöhn­lichen Methoden vor.

Als Vertriebsbereichsleiter und ein Niederlassungsleiter von Buderus bei Rüdiger Schwichtenberg vorfuhren, hat der Unternehmer die Fahne des Herstellers vor seinem Betrieb auf halbmast gesetzt. Der Grund für diese symbolische Handlung: Kunden des SHK-Meisters aus Sittensen fanden im Internet mehrfach Heizkörper des Herstellers zu Konditionen, die unter seinem Einkaufspreis lagen. „Vermutlich kaufen irgendwelche Firmen die Produkte in Massen auf und vertreiben sie zu Spottpreisen weiter“, berichtet Schwichtenberg.

Seit über zehn Jahren sei er treuer Kunde von Buderus und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Immer, wenn der Unternehmer von Kunden auf die „Billigangebote“ im Internet angesprochen wurde, habe er sie dem Hersteller gemeldet und vergeblich auf eine Reaktion gewartet. „Das Vertrauen zu den Kunden wird durch die Dumpingpreise geschädigt“, betont der Handwerksmeister und kündigte daraufhin seine sogenannte „Starclub-Mitgliedschaft“. Mit Erfolg: „Dann wurden sie aktiv und wollten mich als Kunden zurückgewinnen“, sagt der 51-Jährige. Aber seine Strategie behält er bei: Den Einkauf bei Buderus hat er bis auf weiteres auf ein Minimum gesenkt.

Gegen die Dumpingpreise vorgehen!

Dieses Vorgehen hält Reiner Möhle zwar für „unwirksam“, Gegenwehr aber für unbedingt notwendig. Das gleiche Spiel gebe es „von Schrauben bis zu Fotovoltaikanlagen“, weiß der Obermeister der SHK-Innung Osnabrück. Stillhalten solle bei dieser Thematik niemand. „Wir können von Glück reden, dass nicht mehr Kunden im Internet kaufen. Sonst würden einige Betriebe dichtmachen müssen“, betont Möhle. Was rät der Unternehmer seinen Kollegen? Den Kunden die höheren Preise des Handwerksbetriebs im Vergleich zum Internethandel erklären. „Denn Gewährleistung, kostenloser Transport sowie Wartung und Service sind bei uns inklusive.“

Auf Nachfrage dieser Zeitung betont Buderus, dass sich das Unternehmen als Partner des Handwerks sieht und Produkte „nur an Fachbetriebe“ vertreibt. Zum Vertrieb im Internet heißt es in der Stellungnahme: „Allerdings kann Buderus keinen Einfluss darauf nehmen, ob diese Fachbetriebe oder gegebenenfalls von ihnen belieferte Dritte den Online-Markt, beispielsweise bei Ebay, als Vertriebsweg wählen und wie sie dort ihre Preise gestalten.“

Der Preiskampf im Fall Buderus ist dem Zentralverband des SHK-Gewerbes (ZVSHK) bereits bekannt. „Nach unseren Informationen steht hinter dem Internetverkauf ein Portal, das nicht von Buderus betrieben wird“, berichtet der Verband. Anfang Oktober sei ein Gespräch zwischen dem Hersteller und der Verbandsführung geplant. „Es muss sichergestellt werden, dass der dreistufige Vertriebsweg für Buderusprodukte wieder eingehalten wird.“

(ja)

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1 Kommentar zu "Auf billig folgt Protest"

  1. Hamburger Nörgel Meister - 10.09.2011, 19:38 Uhr (Kommentar melden)

    Tja große Unternehmen wie ABB ist es egal ob Ihr Material übers Internet oder über Baumärkte zu Dumpingpreisen die unter den Großhandelspreisen liegen verkauft wird .....auch wenn der dreistufige Vertriebsweg ja immer bei denen eingehalten wird .........nachdem ich dadurch mehrere Aufträge verloren habe ........und der Aussendienstler nur meinte na dann kaufen sie doch auch im Baumarkt setze ich keine Produkte mehr von denen ein ........und Ware die im Baumarkt zu haben ist eh nicht