02.02.2010
1 Bewertung(en) Rating
Schriftgröße

Erneuerbare Energien

Absenkung der Solarförderung gefährdet Betriebe

Eigentlich wollte Marcus Biermann in diesem Jahr noch mehr Photovoltaikanlagen verkaufen. Doch sollte die Solarförderung zum 1. April sinken, werde er "in ein tiefes Loch fallen", sagt der Unternehmer.

 - Foto: Bilderbox
Foto: Bilderbox

Ob ihm das Bundesumweltministerium endgültig einen Strich durch die Rechnung machen wird, steht noch nicht fest. Aber an diesem Mittwoch beginnen die Gespräche über die Absenkung der Solarförderung um 15 Prozent zum 1. April.

"Das wäre ein unüberlegte Vollbremsung", kommentiert Biermann die Pläne der Regierung. Noch sei die Nachfrage da, sagt der Geschäftsführer der EE-Watt aus Neustadt am Rübenberge, auch wenn die Förderung zu Jahresbeginn bereits um neun Prozent zurückging. Das lasse sich mit den guten Ergebnissen des vergangenen Jahres auffangen.

Das Winterwetter verhindert momentan die Montage
Das Problem des Unternehmers: Bei dem Wetter steigt keiner auf Dächer und montiert die Anlagen. Und alle Verträge, die seine Kunden seit Jahresbeginn unterschrieben haben, sind wackelig: "Die Kunden haben Vorbehalte und sagen nur endgültig zu, wenn die Anlage bis Ende März auf dem Dach ist." Das zu schaffen, sei schier unmöglich.

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) gibt zu bedenken, dass etwa 20.000 Arbeitsplätze in der Branche unmittelbar mit diesem Tätigkeitsfeld zusammenhängen. Der Verband beklagt die mangelnde Aufmerksamkeit des Umweltministeriums für die Belange des handwerklichen Mittelstandes.

Für Biermann, arbeiten neben 30 festen Mitarbeitern für Planung, Verkauf und Organisation auch etwa 100 Handwerker aus der Region. Er sieht für sie schwarz, wenn es zu dem abrupten Förderungsrückgang kommen sollte. "Jetzt ist mal ein Wirtschaftszweig im Aufwind und schon wird er wieder gestoppt. Das nimmt den kleinen Betrieben jegliche Motivation", sagt er.

Er hofft aber, dass die Diskussion erst losgeht und nicht so schnell enden wird. Mit einer Absenkung, die stufenweise stattfände, könnte er sich eher anfreunden.

Subventionskürzungen erhöhen Akzeptanz in der Bevölkerung
Der Bundesverband der Ernergie-Abnehmer (VEA), hofft hingegen auf eine schnelle Absenkung der Solarföderung. Denn Subventionen für Erneuerbare Energien verteuern nach Worten von Manfred Panitz die Strompreise für Endkunden erheblich. Die Solartechnik helfe im Gegenzug aber nicht, Kohlendioxid zu sparen.

(ja)

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?

Kommentar schreiben

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» refresh)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

1 Kommentar zu "Absenkung der Solarförderung gefährdet Betriebe"

  1. Heinz Geckler - 03.02.2010, 09:59 Uhr (Kommentar melden)

    Meiner Meinung nach wird die Diskussion über die Reduzierung der Einspeisevergütung derzeit viel zu negativ bewertet. Bei einer Reduzierung der Einspeisevergütung um 15% (allerdings zu einem vertretbaren, späteren Zeitpunkt) und einer geringen Preisreduzierung der PV-Anlagen wird aus Renditeaspekten wieder das Niveau von 2005 bis 2007 erreicht. Auch ich als Elektroinstallateur und Errichter von PV-Anlagen bin der Meinung, wir sollten die Rendite der Investoren nicht auf Kosten der Allgemeinheit erhöhen. Allerdings verstehe ich die Aussage nicht, dass die Solartechnik nicht bei der Reduzierung von Kohlendioxid helfen soll. Was mir in der aktuellen Diskussion um die Kosten der PV-Subvention über die hohe Einspeisevergütung ebenfalls fehlt, ist ein Vergleich, was den Bundesbürger die Subvention der Kohle oder der AKW´s bereits gekostet hat und in Zukunft noch kosten wird.